2000 JAHRE - DIE GLÄSERNE SPUR

WIR

präsentieren eine Etwicklungsgeschichte über die Entstehung des Glases, mit einem besonderen Teil von Steina im Südharz, als zeitweiliges Glasmacherdorf im 16. und 17. Jahrhundert.

BARRIEREFREIER ZUGANG:

BESUCH KOSTENFREI !

ÖFFNUNGSZEITEN:

16. März bis 15. Oktober  /  Donnerstag bis Sonntag / 15:00 bis 17:00 Uhr

16. Oktober bis 15. März  /   Samstag und Sonntag / 15:00 bis 17:00 Uhr   

Zusätzliche Besuche / Führungen bitte  nach Absprache unter

0 55 23 30 33 62

Das Glasmacherhandwerk ist Teil der Geschichte Steinas. Vor dem historischen Hintergrund der Epoche “die Waldglaszeit“ , mit Steina als Glasmacherdorf im 16. und 17. Jahrhundert, gründete sich im Jahr 1993 der Förderverein Glasmuseum Steina e.V.

Seine Aufgabe: Schaffung eines Themenmuseums zum Werkstoff Glas, mit herausgestellt historischer Bedeutung für den Südharz. Bereits im Folgejahr (1994) konnte sich das Museum, Am Kirchplatz 2 / Bad Sachsa – Steina, seinen Gästen vorstellen.

Es erwartet sie ein modern gestaltetes Museum, mit interessanten Ausstellungs-bereichen  und einem freundlichen Serviceangebot.

AUSSTELLUNG

Im Haus der ehemaligen Gemeindeverwaltung Steina, neben der Kirche gelegen, gibt eine attraktive Ausstellung Einblick in die Glasproduktion im Südharz, Epoche der Waldglaszeit.

Themen dazu sind

-benötigte Grundstoffe

-deren Lagerstätten und Gewinnung

-der Weg durch die Entwicklungsgeschichte des  Werkstoffs Glas anhand interessanter Exponate aus verschiedensten Epochen

-fachbezogenes Handwerksgerät, Fertigungstechniken

-Karten, Tonträger, Bild- und Filmmaterial zur Abrundung der Ausstellung

Träger der Einrichtung ist die Stadt Bad Sachsa. Gestaltung, Pflege und Entwicklung des Museums obliegt dem Förderverein Glasmuseum Steina e.V.  Zu den Öffnungszeiten und vereinbarten Sonderführungen wird die Ausstellung von Vereinsmitgliedern sowie Oberstufenschülern/-schülerinnen betreut.

Der Museumsbesuch ist kostenfrei

LAGE/ANREISE

Sie erreichen uns mit dem PkW über die Bundesstraße 243 (Ausfahrt Steina). Sie folgen dann der Beschilderung "Glasmuseum Steina". Geben Sie im Navi "Am Kichplatz 2 in 37441 Bad Sachsa" ein.

Wenn Sie mit der Bahn anreisen, können Sie am Haltepunkt "Bad Sachsa Bahnhof" mit Bussen direkt zum Glasmuseum fahren, welches unmittelbar am Haltepunkt (Steina Kirche) liegt.

Abfahrt der Busse vom Bahnhof: 8:12 / 9:50 / 10:08 / 11:50 / 13:08 / 14:08 / 15:12.

LEITBILD

der Ausstellung ist 

"Die Gläserne Spur"

diese Spur führt zurück bis in die Zeit der Pharaonen im alten Ägypten. Erstaunlich, was man hier bereits um den Werkstoff Glas kennt und damit zu fertigen weiß.

zu Beginn unserer Zeitrechnung herrscht Rom. Es dehnt seinen Einfluss bis weit nach Mitteleuropa aus. Man kommt nicht nur mit Lanze und Schwert, sondern auch mit einer besonderen Kunst der Glasfertigung.

Die Spur des Glases führt später durch das Mittelalter. Die Klöster nehmen jetzt Einfluss auf das Handwerk der Glasmacher. Es ist die Epoche der Waldglaszeit.. Dieser Zeitabschnitt wird als finster beschrieben, in den Licht nur durch Kirchenfenster Einlass finden darf. Glas in der Hand einfacher Menschen gilt als „Teufelszeug“.

Venedig dagegen ist frei, experimentiert und entwickelt. Seine Glaskunst setzt Maßstäbe und strahlt bis heute.

In der frühen Neuzeit führt die gläserne Spur  auch durch den Südharz.  Steina entwickelt sich für Jahrzehnte zu einem Glasmacherdorf, Bad Sachsa zu einem Zentrum einflussreicher Glashüttenherren.

Zum Ende der Epoche der Waldglaszeit (18. Jh.) ist die Glasproduktion im Südharz bereits vergessen. Die Glasmacher verlassen den Harz aufgrund gesperrter Holzzuweisungen. Holz ist Mangelware und bleibt wesentlich dem Bergau vorbehalten.

Die gläserne Spur findet ihren facettenreichen Weg über Manufakturen in die Zeit der Gegenwart..

GEOLOGIE UND LANDSCHAFT

Die Landschaft im Südharz ist nicht nur reizvoll. Für die Produktion von Glas lassen sich hier seit Alters her die dafür notwendigen Grundstoffe finden (Quarzsand, Kalk, Metalloxide), auch Ton für Schmelztiegel und Formen.

Mitten im Ort Steina streicht der Gebirgsstock des Harz aus. Grauwacke trifft hier auf das südlich vorgelagerte Karstgebiet des Zechstein. Die Bachschwinde der Steina, Unterschiede in  Vegetation und Landschaft machen das deutlich.

Die Kammlage des westlich vom Ort gelegenen Bergzugs bildet die Wasserscheide zwischen Weser und Elbe. Der östliche Bergzug steigt auf bis zum erkalteten Vulkan des Ravensberg. Artenreiche Laubmischwälder prägen hier Klima und Landschaft.

Im Süden ist der Zechstein mit seinen Höhlen, Dolinen, Schlotten, Karstquellen, Trockenrasenbiotopen, seltenen Tieren und Pflanzen und einem milderen Klima  landschaftbestimmend.

Die seit dem Mittelalter andauernde Nutzung aller geologischen Schätze im Südharz (Erze, Minerale, Ton, Steine, Erden) haben in der Landschaft dauerhafte Spuren hinterlassen. Ein spannendes Umfeld für jeden interessierten Besucher.

WALDGLAS

steht einerseits für grünlich gefärbtes Glas, andererseits  für einen eigenen Zeitabschnitt, die Epoche der Waldglaszeit.

Im ausklingenden Mittelalter bis frühe Neuzeit wird in den Wäldern Mitteleuropas in großen Mengen Glas produziert. Holz liefert die Energie zur Glasschmelze. Mit ihren Hütten „wandern“ die Glasmacher nach Ausholzung zugewiesener Schläge zum nächsten Hau.

Handwerkszünfte werden gebildet. So auch 1406 der „Spessartbund“, ein Netzwerk unter hessischen Glasmachern. Dieses Netzwerk dient der Bewahrung geheimer Glasrezepturen sowie der Absicherung von Märkten.

Im 16 Jahrhundert taucht die Zunft im Südharz, auch in Steina auf  und besetzt mit ihren Glashütten die Wälder. Das Holz ist dem Handwerk wichtig. Es werden  bis zu 3000 m³ je Jahr und Hütte zur Glasschmelze benötigt. Unter einfachsten Bedingungen wird neben Fensterglas, Flaschen und sonstigem Gebrauchsglas auch feines Tafelglas gefertigt.

Nach etwa 150 Jahren verschwinden die Waldglashütten aus dem Südharz. Warum?

Bauwesen, Schiffsbau, Bergbau, Erzverhüttung, Glashütten, Salinen, Handwerke und Herdstellen, alles hängt am Holz. Die Wälder sind übernutzt, Holz ist Mangelware. Im Harz hat der Bergbau Vorrang. An Holzzuweisungen für die Glashütten ist hier nicht mehr zu denken. Der Raum wird von den Glasmachern verlassen, das Handwerk vergessen.

Inzwischen hat die an den Bergbau gebundene Forstwirtschaft an Eigenständigkeit gewonnen. Wiederaufforstungen erfolgen, es entwickelt sich eine nachhaltige Waldnutzung. Die Epoche der Waldglaszeit endet. Manufakturen übernehmen die Produktion von Glas. Man nutzt neue Energieträger zur Schmelze, verstärkt Forschung und Entwicklung, der Werkstoff Glas gestaltet hilft entscheidend mit, eine neue Welt zu gestalten.

FOREST GLASS

The Steina Glasmuseum preserves the memory of what was, for the South Harz area, an important historical industrial art. It illustrates the variety of objects that could be produced from glass over 300 years ago.

Forest glass was produced from quartz, lime, potash and metals. Quartz is the basis of the  glass. Lime provides for durability and potash serves as a fluxing agent, as well as lowering the melting point of the quartz. Green colouring is characteristic of forest glass and is the result of iron impurities in the raw materials. The green colour perfectly matched the prevailing taste of the time. A variety of glass items were produced in the glassworks: from round window panes, to bottles and glasses, to buttons.

The forest-glassworks from this area comprise a distinctive epoch in the history of glass production. The master glaziers came  from Spessart Mountains but from the forest-glassworks of Bohemia  and the Bavarian Forest too. They worked in the forest and formed a strictly organised guild (the Spessart Bund 15th century).

The most important basic requirement for glass production was a plentful supply of wood. Hardwood was used to fire the kilns and was required for the production of potash. A glassworks used 2,000 to 3,000m³ of wood per year and competition with the mining and metallurgy industries for this resource rapidly led to its exhaustion. The last smelter fires were extinguished in the  early 18th century.

Flyer vom Glasmuseum
Flyer-Glasmuseum-Steina.pdf
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© Andreas Hellmich